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Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Frühjahr 2017

Positive Geschäftserwartungen halten an

Der deutsche Mittelstand ist auch im Frühjahr 2017 in bester Stimmung. Der Creditreform Geschäftsklimaindex, der aus den Antworten von 1.200 repräsentativen kleinen und mittleren Unternehmen gebildet wird, erreichte 21,8 Punkte und behauptet damit sein hohes Niveau aus dem Vorjahr (Frühjahr 2016: 21,7 Punkte). Die wirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Winterhalbjahr wird von den befragten Unternehmen zwar leicht schwächer eingeschätzt als in der letztjährigen Umfrage (10,3 Punkte; minus 0,6 Punkte), die Geschäftserwartungen erreichten allerdings ein neues Rekordhoch (34,0 Punkte; plus 1,0 Punkte).

Weiterhin profitieren die mittelständischen Unternehmen von der kräftigen Baukonjunktur und den steigenden privaten und staatlichen Konsumausgaben. Offenbar wird der Expansionsdrang im Mittelstand kaum von den hohen Unsicherheitsfaktoren im internationalen Politikumfeld (z. B. Brexit) gebremst. Die Binnenkonjunktur hierzulande hat weiterhin genügend Zugkraft. Zudem halten die günstigen Finanzierungsbedingungen vorerst an.




Zufrieden mit dem Winterhalbjahr 2016/17

Die kleinen und mittleren Unternehmen berichteten von weiter gestiegenen Auftragseingängen und einer stabil positiven Umsatzentwicklung in den zurückliegenden Monaten. Ein zusätzlicher Wachstumsschub ist allerdings ausgeblieben. So verbuchten 30,2 Prozent (Vorjahr: 29,4 Prozent) der Befragten ein Plus bei den Auftragseingängen. 17,3 Prozent mussten Auftragseinbußen hinnehmen (Vorjahr: 16,3 Prozent). Zugleich meldeten 28,1 Prozent (Vorjahr: 28,5 Prozent) der Befragten einen Umsatzanstieg, während ein Fünftel der Unternehmen (19,9 Prozent) Umsatzrückgänge verzeichnete (Vorjahr: 19,0 Prozent).




Preise steigen auf breiter Front

Die Kunden der mittelständischen Wirtschaft müssen sich auf höhere Preise einstellen. 27,3 Prozent der befragten Unternehmen haben die Angebotspreise bereits erhöht, weitere 25,7 Prozent der Befragten wollen in Kürze an der Preisschraube drehen. Das sind jeweils höhere Prozentanteile als vor einem Jahr. Preissenkungen sind nur bei wenigen Mittelständlern geplant. Vor allem die Baupreise steigen derzeit stark. Ein Drittel der Baubetriebe (32,3 Prozent) meldete einen Anstieg der Angebotspreise (Vorjahr: 20,3 Prozent). Ein etwa ebenso großer Anteil (36,9 Prozent) der Bauunternehmen hat Preiserhöhungen angekündigt (Vorjahr: 22,0 Prozent). Auch im Handel ist ein kräftiges Plus zu erwarten.

Weiter gestiegen ist die Beschäftigung im Mittelstand: Gut ein Viertel der befragten Unternehmen (25,2 Prozent) hat das Personal zuletzt aufgestockt und jeder Zehnte (10,3 Prozent) hat hier abgebaut. Zurückhaltender als vor Jahresfrist war allerdings das Verarbeitende Gewerbe. Da der Fachkräftemarkt in vielen Bereichen bereits leergefegt ist, dürfte das Beschäftigungswachstum zum Teil aus Abwerbungen und aus dem Segment ehemals Selbstständiger stammen.




Expansionsdrang setzt sich fort

In den weiteren Personalplanungen des Mittelstandes drückt sich viel Zuversicht aus. Drei von zehn Befragten (29,5 Prozent) wollen das Personal aufstocken (Vorjahr: 26,5 Prozent) - ein Stellenabbau ist nur bei wenigen Unternehmen vorgesehen (5,0 Prozent). Auch die Investitionsbereitschaft bleibt - im Vergleich der letzten zehn Jahre - überdurchschnittlich hoch. 56,3 Prozent der Befragten wollen zukünftig investieren (Vorjahr: 58,1 Prozent). Gestiegen ist dabei der Anteil der Unternehmen, die Erweiterungsinvestitionen planen (von 53,1 auf 54,5 Prozent). Die höchste Investitionsbereitschaft gibt es bei den Dienstleistern. Im Verarbeitenden Gewerbe ist die Investitionsbereitschaft dagegen auf den niedrigsten Wert seit 2010 zurückgefallen.




Die weitere Umsatz- und Ertragsentwicklung wird sehr positiv beurteilt. 42,8 Prozent der Befragten rechnen mit einem Umsatzanstieg in den kommenden Monaten (Vorjahr: 42,5 Prozent). Knapp ein Drittel der Unternehmen (31,6 Prozent) erwartet eine Verbesserung der Ertragslage. Das sind mehr als im Vorjahr (29,3 Prozent).




Günstige Kredite verdrängen Eigenkapital

Die günstigen Zinsen machen offenbar die Kreditfinanzierung immer attraktiver. So wurden mehr Investitionen fremdfinanziert. Infolgedessen sind die Eigenkapitalquoten im Mittelstand tendenziell gesunken. Noch 29,3 Prozent der Befragten (Vorjahr: 31,6 Prozent) weisen eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent auf. Mittlerweile liegt die Eigenkapitalquote bei drei von zehn Unternehmen (29,8 Prozent) unter der Marke von zehn Prozent (Vorjahr: 28,5 Prozent). Im Baugewerbe setzte sich die Verbesserung der Eigenkapitalsituation aber fort.

Der Mittelstand meldete zudem ein besseres Zahlungsverhalten seiner Kunden. In der überwiegenden Mehrzahl wird die erbrachte Leistung nach spätestens 30 Tagen bezahlt und deutlich mehr Unternehmen als in den Vorjahren verbuchten keine Forderungsausfälle (22,9 Prozent gegenüber 17,5 Prozent im Vorjahr).

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